“In Tölz wird Eishockey gelebt”

 Interview mit ECT-Verteidiger Markus Wieland

Seit Saisonbeginn spielt Markus Wieland in Bad Tölz. Tatjana Haßmann sprach mit ihm über den ECT, die Nationalmannschaft und das Tölzer Publikum.

Wie bist Du eigentlich zum Eishockey gekommen?

Wieland: “Als kleiner Junge war ich immer im Allgemeinen Lauf. Schließlich habe ich ein Probetraining mitgemacht. Das Ganze war mir aber zu hart und ich habe lieber erst Fußball gespielt. Zum Allgemeinen Lauf bin ich aber weiterhin gegangen. Nach und nach bin ich hängen geblieben.”

Wie gefällt es Dir in Tölz? Hast Du Dich schon eingelebt?

Wieland: “In Tölz ist es einfach super. Die Mannschaft ist super, wir verstehen uns klasse. Ich habe viel Eiszeit und vor allem: Man spricht bayerisch”.

Markus Wieland:

Geburtsdatum: 26.5 1976

Geburtsort: Tegernsee

Geschwister: Ein Bruder

Größe/Gewicht: 1,91m, 84 kg

Bisherige Vereine: Miesbach: Rosenheim, Landshut, Mannheim

DEL-Spiele: 320 (9 Tore und 35 Vorlagen)

Länderspiele: 47 Junioren und 66 Senioren (2 Tore)

Was hat den Ausschlag gegeben, dass Du nach Tölz gekommen bist?

Wieland: “Ich hatte auch andere Angebote, aber Tölz hat mir am besten zugesagt. Wichtige Gründe waren für mich die Nähe zu meiner Heimat Miesbach und dass Tölz eine Spitzen-mannschaft ist. Dabei steht man im Blickpunkt wichtiger Leute, wie zum Beispiel Trainer aus der DEL und Hans Zach wegen der Nationalmannschaft.”

Weil Du gerade National-mannschaft ansprichst: Wie sehen da Deine Ambitionen aus?

Wieland: “Dieses Jahr habe ich leider nicht gehört, aber das Thema ist für mich noch nicht abgehakt. Wenn ich eine gute Saison spiele, könnte es schon wieder klappen. Gerade der Zach nimmt ja auch Leute aus der 2. Bundesliga mit. Allzu viele Alternativen hat er nicht”.

Gibt es für Dich ein Vorbild?

Wieland: “Im Eishockey Ron Fischer. Privat sind meine Eltern die großen Vorbilder.”

Was hast Du außer Eishockey für Hobbys?

Wieland: “Musik. Ich spiele seit Jahren Gitarre und derzeit lerne ich Klavier. Ansonsten interessiere ich mich für Sport aller Art. Und die bayerische Brauchtumspflege liegen mir am Herzen: Kirchweih, Leionhardi...”

Wie beurteilst Du Deine momentanen Leistungen?

Wieland: “Meine Leistung ist in jedem Fall noch ausbaufähig. Es ist für mich nicht so einfach, denn die vergangenen Jahre war ich absolut defensiv eingestellt. Dieses Jahr muss ich auch offensiv mehr tun, und da muss ich mich schon noch verbessern. Ein paar Tore wären da sicher auch nicht schlecht.”

Wie beurteilst Du die Leistung der Mannschaft ?

Wieland: “Die Mannschaft passt gut zusammen, die Kameradschaft ist gut, und es läuft prima. Wir können in dieser Liga jeden schlagen. Das hat man bisher ja auch schon gesehen. Wir haben drei ausgeglichene Reihen, von denen die erste und zweite immer für Tore gut sind. Und die dritte Reihe spielt bisher gut mit.”

Was hältst Du vom Trainer?

Wieland: “Der Beppo macht seine Sache wirklich gut. Er versteht es, die Mannschaft einzustellen und zu motivieren. Bei ihm hat man Spaß am Eishockey. Da er selbst Spieler war, versteht er es, den Tenor der Mannschaft aufzunehmen und richtig danach zu handeln. Er findet die richtige Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche.”

Was waren bisher Deine größten Erfolge?

Wieland: “Die deutsche Meisterschaft der Junioren mit Rosenheim in der Saison 1994/95, aber vor allem die Teilnahme an den Olympischen Spielen mit der Nationalmannschaft 1998 in Nagano. Das war einfach unbeschreiblich.”

Wie stellst Du Dir Deine sportliche Zukunft vor?

Wieland: “Mein Ziel ist noch einmal die DEL. Außerdem will ich Spaß haben am Eishockey. Und das dritte Ziel lautet: Zurück in den Nationalkader.”

Was kommt danach?

Wieland: “Für die Zeit danach habe ich noch nicht so konkreten Pläne. Derzeit mache ich erst mal das Abitur nach und fange demnächst mit dem Trainerschein an. Was ich mir eventuell vorstellen könnte, wäre Nachwuchstrainer. Iregendwann einmal möchte ich gerne eine Restaurant beziehungsweise eine gute Wirtschaft haben. Ich bin in der Wirtschaft meiner Eltern aufgewachsen und das hat mir immer schon gut gefallen.”

Wie wichtig sind Fans für Dich und was wünscht Du Dir vom Tölzer Publikum?

Wieland: “Ohne Fans geht nichts. Von den Tölzern würde ich mir allerdings etwas mehr Stimmung wünschen. In Tölz ist es leider oft so, dass nur etwas zu hören ist, wenn es schlecht läuft. Dann wird oft viel und laut geschimpft. Alle geben ihr Bestes und niemand macht mit Absicht Fehler. Alle rackern, was das Zeug hält und alle helfen zusammen. Das sollte auch mal honoriert werden. Was mir am Tölzer Publikum gut gefällt... wenn man mit den Leuten spricht merkt man, dass sie erstens sehr fachkundig sind und zweitens sie sind mit Herz dabei. Das Tölzer Publikum lebt Eishockey.”