| Cheerleader und Sternwerfer gegen frostige Stimmung |
Diskussion über Atmosphäre im Eisstadion Bad Tölz - Da staunte Moderator Manfred Klaar: "Ich hätte gedacht, dass ich heute mit fünf oder sechs Hanseln rede", sagte er beim Blick in die Runde. Tatsächlich drängten sich aber über 50 Zuhörer ins Nebenzimmer der Eisstadion-Gaststätte, um zweieinhalb Stunden über die schlechte Stimmung im Eisstadion zu diskutieren. Das wichtigste Ergebnis: Es wurde eine Projektgruppe gegründet, die sich um Aktionen im Eisstadion kümmern soll. Ihr gehören jeweils zwei Vertreter der vier Tölzer Fanclubs an sowie zwei "ungebundene" Zuschauer an. Warum die Stimmung im Tölzer Wellblechpalast so frostig ist, dafür fanden die Diskussionsteilnehmer viele Erklärungen: "Es gibt in Tölz viele Leute wie mich, die selber Eishockey gespielt haben", meinte Klaar, "da sieht man vieles kritischer." Ein anderer Zuhörer machte die Pfosten, die das Dach stützen, als "Stimmungsbremse" aus. Wiederum ein anderer Zuhörer meinte, dass de Mannschaft "kalt rüberkommt", was auch Georg Bares vom Fanclub Eiszecken bestätigte: "Früher hat Vladimir Kames kleine Späße gemacht. Das war oft das Highlight des Drittels. So was gibt's nicht mehr." Ratlos zeigte sich Stadionsprecher Mike Murböck: "Wir wollen die Leute über Lautsprecher animieren. Die Leute machen zwar mit. Aber das ebbt nach kürzester Zeit ab. Ich weiß auch nicht, was wir machen sollen." Sarkastisch merkte Tatjana Haßmann vom Fanclub Freundeskreis an: "Vielleicht sollten wir ins Tonstudio gehen und Fangesänge aufnehmen. Die könntet ihr dann über Lautsprecher abspielen." Uwe Baumeister forderte eine feste "Zeremonie", die dazu beiträgt, dass der Funke überspringt. Wie diese aussehen könnte, darüber zerbrachen sich die Zuhörer die Köpfe: "Die Spieler könnten mit Nachwuchsspielern aufs Eis laufen. Das schaut ganz anders aus, da schaut jeder hin", forderte eine Zuhörerin. "Da rede ich mir schon seit einem Jahr den Mund fusslig", entgegnete Stadionsprecher Dino Garrasi, "dafür braucht man Betreuer oder Eltern, die den Kindern die Schlittschuhe anziehen." Heidi Zeller plädierte hingegen für die Gründung einer Cheerleader-Gruppe: "Da sollten wir mit der Tanzschule oder dem Turnverein reden." Karl-Heinz König sprach sich für eine Choreographie mit Pappkartons aus. "Das geht ganz schön ins Geld", entgegnete Rudi Then, "auch das Verteilen von Luftballons und Sternwerfern ist teuer." Christian Großmann vom Fanclub Ice-Lions schlug vor, wenigstens die überdimensionale ECT-Fahne wieder auszupacken. Die Projektgruppe Stimmung soll sich nun bei regelmäßigen Treffen Gedanken machen, welche Vorschläge realisierbar und finanzierbar sind. Im Spiel gegen den EHC Straubing am 29. November sollen die Vorschläge erstmals umgesetzt werden.
Über 50 ECT-Fans drängten sich im Nebenraum
der Eisstadion-Gaststätte, um über die Stimmung im
Stadion zu diskutieren. |