"Wir können sehr
weit kommen"
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Niklas Hede ist der Tölzer Supertechniker schlechthin. Er beherrscht - mit der Rückhand - den legendären Dubé-Trick: Also hinter dem Tor stehen, den Puck in Sekundenbruchteilen auf die Schlägerschaufel heben, um das Tor fahren und den Puck ins Gehäuse schleudern. Nicht zuletzt deshalb wurde er binnen weniger Wochen zum Publikumsliebling, im Oktober wurde er sogar zum Spieler des Monats gewählt. Tatjana Haßmann sprach mit dem in Schweden geborenen Finnen. Wie bist du zum Eishockey gekommen? Nicki: Mein Vater war ein großer Eishockeyfan und sein Freund hat selbst gespielt. Zu einem Spiel hat er mich mitgenommen. Das hat mir so gut gefallen, dass ich dabei geblieben bin. Erzähl doch mal ein bisschen was über deine bisherigen Stationen. Nicki: Mit sieben Jahren habe ich in meiner Heimatstadt Porvoo (Finnland) angefangen. Dorthin sind wir gezogen als ich zwei Jahre alt war. In Porvoo habe ich gespielt bis ich 13 war. Dann bin ich nach Helsinki gewechselt und dort geblieben, bis ich 21 war. Danach habe ich den Sprung in die finnische Extra-Liga versucht, aber aufgrund meiner Größe den Sprung nicht ganz geschafft. Ich habe dann zwei Jahre lang in einer Stadt weit weg von Helsinki gespielt. Das war ganz gut für meine Entwicklung. Ich war weg von zu Hause, musste mich selbst versorgen und selbstständig werden. Mit 23 habe ich den Sprung in die Extra-Liga nochmals versucht, aber bin leider wieder gescheitert. Danach habe ich den Sprung in die finnische Extra-Liga versucht, aber aufgrund meiner Größe den Sprung nicht ganz geschafft. Ich habe dann zwei Jahre lang in einer Stadt weit weg von Helsinki gespielt. Das war ganz gut für meine Entwicklung. Ich war weg von zu Hause, musste mich selbst versorgen und selbstständig werden. Mit 23 habe ich den Sprung in die Extra-Liga nochmals versucht, aber bin leider wieder gescheitert. Wie kam denn dann der Kontakt nach Tölz zu Stande? Wieso hast du dich gerade für Bad Tölz entschieden? Nicki: Den Kontakt hat eigentlich Lenz Funk jun. hergestellt. Der hat mich schon ziemlich früh, so ungefähr im Februar gefragt, ob ich gerne in Tölz spielen würde. Natürlich war ich interessiert. Dann habe ich aber lange nichts mehr gehört und schließlich einen 2-Jahresvertrag in Hamburg unterschrieben. Die sind dann aber Gott sei Dank pleite gegangen. Als dann die Gerüchte aufgekommen sind, dass Hamburg wohl pleite gehen würde, habe ich gleich noch mal den Lenz angerufen und der hat die Sache eingefädelt. Wie beurteilst du die Mannschaft und den Trainer? Wo siehst du eure Stärken und wo eure Schwächen? Nicki: Wir haben eine sehr gute Mannschaft. Blöd ist nur, dass der Kader sehr klein ist und wir relativ viel Probleme mit Verletzungen haben. Das schlaucht die Spieler ziemlich. Trotzdem ist die Stimmung innerhalb des Teams super. Wir sind eine tolle Gemeinschaft und das hilft uns über vieles hinweg. Technisch finde ich uns auch sehr gut. Unsere Schwäche ist aber wohl, dass wir nicht konstant genug spielen. Man hat ja gesehen, dass wir, wenn wir gut drauf sind und alles optimal läuft, jeden Gegner schlagen können oder wenigstens ganz gut mithalten können. Oft schaffen wir es dann sogar zu Null zu spielen. Leider gelingt uns das nicht immer. Wie sieht dein Saisonziel aus? Was glaubst du, kann die Mannschaft erreichen? Nicki: Ich glaube, wir können sehr weit kommen. Solange wir von weiteren Verletzungen verschont bleiben, ist alles möglich. Ingolstadt ist eine sehr starke Mannschaft, aber alle anderen können wir schlagen. Wie fandest du die Proteste der Fans nach dem Spiel in Regensburg? Kannst du das verstehen, oder fandest du das übertrieben? Nicki: Zum Spiel in Regensburg kann ich nicht viel sagen, weil ich nicht dabei war. Verstehen kann ich die Aktionen schon. Ich bin aber der Meinung, dass die Fans in Zeiten, in denen es nicht so gut läuft, zur Mannschaft halten müssten. Gerade dann braucht die Mannschaft die Unterstützung besonders. In Tölz haben wir ein sehr fachkundiges und kritisches Publikum, das sehr gutes Eishockey gewöhnt ist. Hier ist die Stimmung sehr gut, wenn das Spiel gut ist. Dann macht es echt Spaß zu spielen. Aber wenn's nicht läuft, lässt die Stimmung zu wünschen übrig. Da bräuchten wir mehr Unterstützung. Deinen Vertrag hast du bereits um zwei Jahre verlängert. Wie kam es dazu? Wolltest du nicht abwarten, ob nicht noch das ein oder andere bessere Angebot hereinkommt? Nicki: Ich bin schon 32 Jahre alt. Meiner Familie und mir gefällt es hier sehr gut! Meine Tochter geht in Greiling in den Kindergarten. Es könnte sein, dass sich das Ein oder Andere ergeben hätte, aber mal ehrlich .... in der DEL, in Finnland oder Schweden hätte ich vermutlich aufgrund meiner Größe wieder Schwierigkeiten gehabt. Ich habe keine Lust auf der Bank zu versauern. Hier kriege ich sehr viel Eiszeit, ich habe Spaß am Spielen und es läuft bei mir ganz gut. Die Mannschaft und das Umfeld passen. Was will man mehr? Was machst du denn sonst in deiner Freizeit? Nicki: Ich unternehme sehr viel mit meinen Kindern. Im Sommer spiele ich ein bisschen Golf. Ansonsten liege ich sehr gerne vor dem Fernseher. Im Frühling mache ich seit ein paar Jahren immer für ein paar Wochen so eine Art Sportlehrerstudium. Später möchte ich irgendwas mit Eishockey weiter machen, und damit schaffe ich mir die Grundlagen. Was hast du für Pläne nach deiner Zeit als aktiver Eishockeyspieler? Nicki: Genau weiß ich das noch nicht, aber möglicherweise werde ich Trainer im Nachwuchsbereich. Psychoschaukel: 1. Sommer - Sonne 2. Geld - Sicherheit 3. Internet - Informationen 4. Montagmorgen - meine Tochter zum Kindergarten bringen 5. Politik - Unehrlichkeit 6. Familie - Ruhe und Glück 7. Heimat - das Meer 8. Zukunft - man weiß nie, was kommt 9. Wochenende - Eishockey 10. Liebe - glücklich sein |